Das Projekt

meineJugendfeier ist eine, wenn nicht sogar DIE Alternative zur Jugendweihe im nicht konfessionell bindenden Rahmen.
Sie verfolgt keine religiöse Intention, hat wohl aber eine Dimension. Nachfragen ist hier gern erwünscht.

Sie ist ein Ableger der bekannten Lebenswendfeiern aus Dresden, Erfurt und Leipzig.

Neben der Jugendfeier nehmen die Heranwachsenden an sozialpädagogisch entwickelten Kurseinheiten teil. Erfahren sich selbst, erkunden ihre Interessen und Möglichkeiten.


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In der kindlichen Entwicklung spricht man von „offenen Fenstern“ in denen Kinder plötzlich Dinge tun, die ihre Eltern überraschen, in denen sie wachsen. In der Poesie schreibt man über „Sprünge“, die Menschen machen. Bei Jugendlichen ist es dieser Punkt an dem viele Dinge anders werden – für die jungen Menschen selbst und auch für ihre Eltern. Kinder bzw. Teenies werden zu „jungen Erwachsenen“ – zu Jugendlichen. Und so bewegend diese Erkenntnis manchmal für Eltern ist, so ist sie spannend und herausfordernd für die jungen Menschen selbst. Von außen und auch in ihnen selbst verändern sich die Herausforderungen. Die jungen Menschen lösen sich allmählich aus der – ihren Zweck gut erfüllten – Abhängigkeit und werden SELBSTständig – SELBSTbewusst.

Feste, Jubiläen oder Geburtstage werden viele gefeiert und mancher gerät sogar in Vergessenheit. Andere nicht. Anfänge zu feiern und sich bewusst zu machen, motiviert und unterstützt den weiteren Lebensweg oder Lebensabschnitt. Die Jugend ist eine sehr prägende Zeit für Körper und Geist und Seele. Daher lohnt es diesen “Anfang” oder “Übergang” mit einer Feier zu begehen – genau um diesem wichtigen Lebensabschnitt einen angemessenen und bedeutsamen Anfangspunkt zu geben und zu feiern.

Das Heranwachsen und Entwickeln in der Jugendphase ist eine Phase von Unsicherheiten, Rollen- und anderen Konflikten, veränderter Wahrnehmung des Selbst, dem eigenen Körper und der Umwelt. In dieser sensiblen Phase gibt das Projekt Orientierungs- und Reflexionsangebote gesellschaftlicher, persönlicher und christlicher Perspektiven.

Geschichte
Im Umfeld freier Bildungseinrichtungen und konfessionellen Bekenntnisschulen, die seit der Wende in Sachsen und Thüringen gegründet wurden, äußerten konfessionslose Familien den Wunsch nach einem festlichen Ereignis alternativ zu Jugendweihe, aber auch zu Konfirmation und Firmung, um den neuen Lebensabschnitt ihrer Heranwachsenden zu begehen.

Um auf diese Bedarfe seelsorgerlich zu reagieren, entwickelten sich seit 1998 um die Dompfarrei Erfurt die so genannten Lebenswendfeiern, die in nun verschiedenen Formen landesweit in kirchlicher Trägerschaft u. A. auch in Dresden und Leipzig wiederzufinden sind.
Diese Projekte bieten mehr als anonyme kommerzielle Feierereignisse. Zur Feier gehören immer Vorbereitungskurse, in denen die eigenen Lebensfragen und Visionen der jungen Menschen im Mittelpunkt stehen.

Seit 2015 wird das Chemnitzer Projekt von den beiden großen konfessionellen Jugendarbeiten in Chemnitz begleitet und verantwortet.

Träger und Team
meineJugendfeier ist eine gemeinsame Initiative der Jugendarbeiten der Evangelischen Jugendarbeit im Kirchenbezirk Chemnitz und der Katholischen Dekanatsjugend Chemnitz. Sie bilden in ihrer Arbeitsform einen gemeinsamen Arbeitskreis. Das Projekt wird von beiden Partnern durch SozialpädagogInnen, PfarrerInnen bzw. Pastoren, ReligionspädagogInnen sowie ehrenamtlicher Unterstützung durchgeführt. Bei Bedarf kommen externe ReferentInnen hinzu und unterstützen die inhaltliche Durchführung. Dies betrifft u. A. erlebnispädagogische Angebote und soziale Aktionen.

  • Leitlinien
    Demokratische Werte- und Gesellschaftsauffassung
  • Lebensfragen und Visionen der jungen Menschen stehen im Mittelpunkt und werden auf Grundlage christlicher Wertorientierung reflektiert
  • Abgrenzung zur bekannten Jugendweihe durch inhaltliche, pädagogische und beteiligende Arbeit mit den Jugendlichen
  • Beratungsservice für Eltern, die sich für die Jugendweihe oder keine Feier entschieden hätten,
  • ebenfalls für Eltern, die sich Konfirmation oder Firmung vorstellen könnten
  • Durchführung kann im Rahmen von Bekenntnisschulen stattfinden, ist aber offen für alle Schulen der Stadt Chemnitz (auf Anfrage auch im Umland)

Oberster Auftrag ergibt sich allein aus der Fürsorge für Jugendliche.
Das Projekt will den Jugendlichen im Übergang vom Kindsein zum Jugendalter eine sinnstiftende und entwicklungsfördernde Vorbereitungszeit und Unterstützung ermöglichen. Grundlage aller auch o. g. Bereiche bildet die Unterstützung in der „Herzensbildung“ bzw. Weiterentwicklung der Jugendlichen in den speziellen Herausforderungen des Lebensalters und –übergangs.

Ziele und Inhalte
“Finde deiner Frequenz”  ist ein gutes Bild dafür, sich auf die Suche zu machen – sein eigenes Leben in der Rückschau zu reflektieren/ nachzusehen: „Wer bin ich?“, „Was hat mich geprägt“, „Wie gehe ich damit um?“ und „Was macht mich aus?“. Es stehen Fragen und Anliegen der Jugendlichen im Zentrum angesichts der beginnenden Jugendzeit, um ihre persönliche Biografie, den neuen Herausforderungen, eigenen Visionen und Plänen und um der Frage nach dem Sinn des eigenen Unterwegsseins auf die Spur zu gehen. „Wo soll es hingehen?“, „Was sind Pläne und Schritte?“, „Von welchen Dingen will oder muss ich mich verabschieden?“, „Wonach suche ich?“ und „Wie pack ich ´s an?“ – FINDE DEINE FREQUENZ
Die Jugendlichen werden dabei unterstützt ihre Frequenz, ihren Rhythmus zu suchen.

Grundsätzliche Lebensthemen wie

  • „Beziehungen & Liebe“,
  • „Leben, Tod- & Trauer“,
  • „Ich & die Gesellschaft“,
  • „Werte & Vorbilder“,
  • „Selbstwert & -bewusstsein“,
  • „Identität“,
  • „Medien und Socialmedia“,
  • „Umwelt“,
  • „Fremdes Wahrnehmen“,
  • „Demokratisches Handeln“,
  • „Soziales Handeln“ und
  • “Inklusion”

sind in der Themenauswahl enthalten. Die Jugendlichen suchen und finden (bestenfalls ihre vorläufige) Frequenz – in ihren Lebensthemen.
Unter der Begleitung und mit Hilfe der Mitarbeitenden reflektieren und diskutieren sie die für sie wichtigen Inhalte in der Auseinandersetzung mit den Auffassungen der Gleichaltrigen, Mitarbeitenden und gesellschaftlichen Werteauffassungen.

„Der Weg ist das Ziel“ – Quintessenz des gesamten Projektes auf den Abschluss des Kurses mit der Jugendfeier, ist die Vergewisserung auf die Wichtigkeit und Wertigkeit des Einzelnen in seinem eigenen weiteren, sich verändernden Lebenslauf, seinen Lebensplänen, Besonderheiten, Visionen und auch als Teil der Gesellschaft, im Kleinen, wie im Großen.

Die Jugendlichen suchen ihre Frequenz. Individualität und Teilhabe am gesellschaftlichem Gestalten werden nicht als Konkurrenz, wenngleich als immer währende Herausforderung, wahrgenommen, die konstruktiv genutzt und leidenschaftlich gelebt werden kann. Die Jugendlichen werden motiviert und gestärkt ihren weiteren Lebensweg selbstbewusst zu gestalten und mit Konflikten und Krisen lebensbejahend umzugehen.

Die abschließende Jugendfeier bildet den Start in den neuen Lebensabschnitt. Diesen Punkt festlich zu begehen unterstützt die Jugendlichen beim Hineinwachsen in „das Neue“ und beim Einordnen und Herauswachsen aus „dem Vergangenen“. Im Mittelpunkt der Feier konzentriert sich die besondere Wertschätzung für sie selbst und deren weiteren Lebensweg, dessen Herausforderungen und Möglichkeiten. In der Feier wird dies für die Gesellschaft sichtbar gemacht und „bestätigt“.

  • Methoden, Prinzipien & Ablauf
    Beteiligung:
    Herausragendes Merkmal ist der „Eigenanteil“ der Jugendlichen. Im Verlauf des gesamten Projektes ereignet sich im Hintergrund, aber merklich eine Verschiebung der Verantwortung für die gemeinsame Gestaltung von den Eltern und Projektleitern vermehrt auf die Teilnehmenden – adäquat zu den Veränderungen im Lebensabschnitt.

Dooble-Loop-Lernen: (Lernprozess, der die Werte und Ziele hinterfragt)
Durch den organisatorischen Rahmen des Projektes wird das Wachstum an Selbstständigkeit und Verantwortung für eigene Ideen, Handlungen, Visionen erprobt. Anfangs stellen die Jugendlichen gemeinsam und mit dem Rückhalt ihrer Eltern ihre Vorstellungen, Themen- und Gestaltungswünsche zum Projekt auf. Die Eltern erhalten ebenso die Möglichkeit auf die Gesamtgestaltung der Projektstunden und die Feier Einfluss zu nehmen. Im Verlaufe der Projektstunden erhalten die Jugendlichen eine parallel zu erfüllende Gestaltungsaufgabe, die bis zum Ende von ihnen entwickelt wird. In der Gesamtplanung, sowie in den einzelnen Kursstunden sind die Jugendlichen in hohem Maße beteiligt und sind so für die Ergebnisse und die eigene Entwicklung in hohem Maße selbst verantwortlich. Die Mitarbeitenden unterstützen, begleiten, motivieren und geben den Jugendlichen Perspektiven zum Andenken und Ausprobieren.
Das heißt, im Prozess des Projektes lernen die Jugendlichen nicht nur durch die Eindrücke, Aufgaben oder Tätigkeiten, sondern durch die Prozessidee selbst Verantwortung, “Stimme” und selbst Entscheidungen zu treffen und deren Konsequenzen zu tragen.

Methoden
Die Teilnehmenden haben in ihrer Kursgruppe die Möglichkeit miteinander ins Gespräch zu kommen, ihren eigenen Weg zu deuten, um so ihre Zukunft konstruktiv gestalten lernen und andenken zu können. Dabei wird immer wieder auch exemplarisch zum Andenken kommen, was das christlich und ethische Werte- und Menschenbild zu den Themen als Perspektive aufzeigt. Die Umsetzung der Inhalte erfolgt auf vielen verschiedenen Wegen. Neben Gruppenübungen, -Gesprächen, kreativen Ausdrucksformen und -reflexionen, sind auch Einzelzeiten und das Erproben, in beispielsweise sozialen Aktionen und erlebnispädagogischen Erfahrungen vorgesehen. Die (Bildungs-) Prozesse werden sozialpädagogisch und sozialarbeiterisch geplant, unterstützt und begleitet. Die vielfältigen Zugänge ermöglichen es, auf die individuellen Voraussetzungen der Jugendlichen einzugehen, sie zu fördern und ihre Möglichkeiten und Grenzen im Zusammenleben in gesellschaftlichen Bezügen zu reflektieren.

  • Projektstruktur
    Elternabende: Zu Beginn des Kurses finden Elternabende statt. Eine erste Sitzung in der Eltern, Teilnehmer und das Team sich kennenlernen, den Charakter des Kurses, Fragen und Inhaltswünsche gemeinsam besprechen und abgleichen. Es wird gefördert, dass die Jugendlichen zunehmend als Gesprächspartner in Aktion treten.  Ein zweiter Termin findet nach hälftig absolviertem Kurs wiederum mit den Eltern zur Planung der Festveranstaltung statt.
  • Vorbereitungskurs:  Mit Beginn des jeweiligen Schuljahres beginnt auch der Vorbereitungskurs. In der Regel sind es 10 Kurseinheiten, die je einmal im Monat stattfinden. Die Einheiten finden abwechseln an einem Wochentag, nachmittags/ abends (ca. 2 h) und Samstag (4 Stunden inkl. Mittagessen) statt. Des Weiteren sind Termine für ergebnisorientierte, soziale und kulturelle Aktionen vorgesehen. Eine Prioritätenliste mit genannten Themen wird in dieser Zeit bearbeitet.
    Kurswochenende:  Das Wochenende, welches in der zweiten Hälfte des Kurses stattfindet, dient der Vertiefung und bearbeitet sensiblere Themen. Gruppendynamik, eine vertrauensvolle Umgebung und die nahe Erreichbarkeit der Mitarbeitenden fördern dabei die intensivere Auseinandersetzung mit den betreffenden Themen. Erste Festveranstaltungsplanungen finden ebenfalls als Ideenfindung statt.
  • Projekt:  Zu Beginn des Kurses erhalten die Teilnehmenden Materialien und Instruktionen für ein eigenes kleines Projekt. Sie sind damit beauftragt innerhalb der Kurszeit mit den jeweiligen Materialien ihre eigene „Frequenz“ zum Ausdruck zu bringen. „Wie ticke ich?“, „Wo zieht es mich einmal hin?“ und „Was will ich für mich erreichen?“. Das Projekt wird von den Teilnehmenden selbst zur Jugendfeier vorgestellt.
  • Feiervorbereitung:  In die Planung und Vorbereitungen für die Jugendfeier sind die Jugendlichen inhaltlich sowie praktisch eingebunden. Die Auswahl an Musik, Gestaltung, Verpflegung und Ablauf werden in Elternabenden und den Kurseinheiten immer wieder thematisiert, sodass sich eine individuelle Feier für die Teilnehmer entwickeln kann.
  • JugendFeier: Anbei befindet sich eine Skizze einer möglichen Feier (Beispiel der letzten Durchgänge). Die tatsächliche Durchführung variiert je nach Vorstellungen und Finanzierungen der betreffenden Jahreskurse. 1. Vorbereitungen 2. Empfang (alkoholfrei) 3. Musik (Einstieg) 4. Begrüßung durch Team 5. Projekthinführung „meineJugendfeier“ – Finde deine Frequenz 6. Festansprache 7. Musik (ruhig, Inhalte setzen lassen) 8. Projektpräsentation der Jugendlichen (Einführung, im Wechsel Präsentation und evtl. Musik) 9. Musik 10. Ritus (Einführung, Ritus, Übergabe Symbolgegenstand) 11. Musik 12. Worte der Jugendlichen für ihre Umwelt (Welt allgemein, Eltern, Wünsche usw.) 13. Abschlussworte und Dank (durch das Team) 14. Sekt- bzw Saftanstoß und bspw. Luftballonkartenaktion 15. Kaffeetrinken bzw. Essen (je nach gemeinsamer Planung)
  • Nachtreffen:  Zum Abschluss findet ein weiteres Treffen mit einer gemeinsamen Freizeitaktion statt. Das Team lädt die Teilnehmenden dazu ein. In diesem Treffen findet ebenso durch angemessene Methoden die Evaluation des Projektes aus Sicht der Teilnehmenden statt.

Lernorte/-formen
In der Regel finden die Kurse inhaltlich, sowie räumlich im außerschulischen Rahmen statt. Sie unterliegen dem Prinzip der Freiwilligkeit, ohne Leistungsanspruch oder – druck. Sie gehören zum Bereich der Außerschulischen Jugendbildung und sind somit anbietender, nicht aufsuchender Struktur.

Lernorte sind daher Kurzräume, Sozialräume, Anbieter erlebnisorientierter Aktionen. Ebenso unterscheiden sich die Formen. Einerseits im großen Rahmen durch die Wochentags- und Wochenendtermine, sowie durch das gemeinsame Wochenende.

Sicherung der fachlichen Qualität der Arbeit
Die beiden Träger des Projektes gewährleisten eine fachlich fundierte, qualitativ gute und bedarfsgerechte Ausgestaltung im Rahmen ihrer verbandlichen Jugendarbeit. Das beinhaltet den Einsatz ausgebildeter Fachkräfte, deren regelmäßige Weiterqualifizierung durch Fortbildung und Supervision gewährleistet ist sowie die Evaluierung der Angebote in den gesamten Arbeitsbereichen. Ehrenamtliche Mitwirkende werden durch fachliche Anleitung und Reflexion unterstützt und gefördert. Die Auswahl von FremdreferentInnen erfolgt nach unseren verbandlichen Qualitätsstandards.
Konzeptionelle Zielfestschreibung und –beschreibung gewährleisten die Beförderung zur Weiterentwicklung. Evaluation, inhaltliche Auswertung in Teamsitzungen, sowie zeitnaher digitaler Austausch sichern den gemeinsamen Kenntnisstand der MitarbeiterInnen über die Projektzeit hinweg. Alle Projektstunden werden quantitativ evaluiert, Auswertungen inhaltlicher Art werden individuell gestaltet (Auswertungsgespräch mit TeilnehmerInnen, Fragebogenaktionen, Auswertungsmethoden). Durch Elternkontakte und Elternabende (2) wird Transparenz gesichert und die Beteiligung der Eltern als Erziehungsberechtigte gewahrt.

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